Bei mir im Training und auch bei der Beschäftigung mit meinen Hunden nicht mehr wegzudenken – Targets.
Targets sind tolle Hilfsmittel, die es dir leicht machen Verhalten von deinem Hund hervorzurufen und ihm im Alltag und Training zu unterstützen.

 

Was sind Targets?
Targets sind Ziele für deinen Hund, die er ansteuern kann und ihm so ein deutliches Signal geben, was er tun soll oder könnte. Du kannst vier Arten von Targets unterschieden:

  1. Nasentarget: Hier berührt dein Hund mit seiner Nase den Target und folgt diesem gegebenfalls.
    • Gut geeignet sind hier deine flache Hand, ein oder zwei Finger, deine Faust oder ein Targetstick. Aber du kannst auch bestimmte Körperteile von dir umfunktionieren wie dein Knie, deinen Fuß oder deine Ferse (vor allem gut bei kleinen Hunden).
  2. Pfotentarget: Bei diesem Target stellt dein Hund eine, zwei oder alle Pfoten auf den Target.
    • Für einen Pfotentarget kannst du alles verwenden, auf das dein Hund treten darf. Eine Decke, ein Kissen, eine Matte, sein Körbchen, eine Frisbee, ein kleiner Untersetzer, eine Mauer, eine Bank, ein Tisch oder Stuhl oder aber auch ein Baum.
  3. Körpertarget: Hier wird ein bestimmtes Körperteil deines Hundes aktiviert.
    • Hier zählen das Kinn deines Hundes, seine Wange, seine Hüfte oder auch seine Rute dazu.
  4. Looktarget: Es muss nicht nur Berühren sein, sondern auch der Blick zum Target kann ausreichen.
    • Bei diesem Target eignet sich die Rückseite deiner Hand sehr gut. Aber auch fast jeden Gegenstand kannst du dazu umfunktionieren.

 

Vorteile des Targettrainings
  • Du kannst Verhalten bei deinem Hund spielend leicht hervorrufen. Allein durch den Anblick des Targets wird dein Hund motiviert ein bestimmtes Verhalten zu zeigen und dadurch kannst du es einfach formen.
  • Locken brauchst du nicht mehr. Nur mit Hilfe des Targets kannst du deinen Hund in eine bestimmte Position bringen und ihm etwas beibringen. Er arbeitet dadurch von Anfang an aktiv mit.
  • Exaktes Positionieren ist so einfach wie nie. Mit Hilfe von Targets ist es dir möglich deinen Hund schnell und ohne an ihm herumzudrücken oder herumzuziehen in eine Position zu bringen, z.B. direkt neben dich.
  • Dein Hund wird nicht bedrängt und geht im Training wirklich nur soweit wie er bereit dazu ist. Beim Locken wird das Gehirn oft ausgeschaltet und dein Hund tut etwas, zu dem er vielleicht noch nicht bereit ist (aber durch das Futter überredet wird). Beim Targettraining behält dein Hund seine Selbstbestimmung und zeigt dir genau wie weit er bereit ist zu gehen. Das ist vor allem im Verhaltenstraining wichtig.

 

Wobei dir Targets eine Hilfe sind …

Aber jetzt mal dazu, wobei dich und deinen Hund Targettraining unterstützen kann. Wie du schon mitbekommen hast, bin ich ein rießen Fan davon und nutze es in so gut wie jeden Bereich mit meinem Hund.

 

Alltagstraining
Im Alltagtraining wirklich nicht mehr wegdzudenken. Egal, ob ich meinen Hunden die Leinenführigkeit, den Rückruf oder das sichere Warten beibringe, Targets sind immer mit von der Partie.

Bei der Leinenführigkeit und auch beim Rückruf hilft mir der Handtouch um meine Hunde in die richtige Position zu bringen und auch als Ziel, damit sie wissen, wo sie hinlaufen sollen.
Geht es um das ruhige Warten ist eine Decke oder Matte goldwert. Denn das ist nicht nur ein großer Target, der für den ganzen Hundekörper geeignet ist, sondern sie dienen auch als optisches Dauersignal. Und wenn Besuch kommt unterstützt ein Bodentarget wie ein kleiner Teppich oder die Decke meine Hunde darin, ruhig zu warten bis der Besuch im Haus ist.

 

Training an Problemen
Und hier sind sie auch enorm wichtig. Ein Target kann einerseits als Alternativverhalten dienen. So bei Hundebegegnungen der Touch an deine Hand. Und wenn es um Angst oder Aggression geht, kannst du mit Targettraining deinen Hund in seinem Tempo an die Situation heranführen ohne, dass du ihn überforderst und unerwünschtes Verhalten hervorrufst.

 

Tierarzttraining und Körperpflege
Der Kinntouch ist beim Tierarzt ein wirklich tolles Tool. Dein Hund ist ruhig positioniert und so kann ganz entspannt das Herz abgehört, Blut abgenommen oder der ganze Hund abgetastet werden. Doch nicht nur zum Positionieren hilft er dir. Beim Tierarzt- und Handlingstraining stellt der Target auch ein „Ich mach mit-Signal“ dar. Verlässt dein Hund die Position des Targets ist das für dich das Zeichen, dass ihm etwas zu viel ist. Du kannst ihm dann eine Pause geben oder aber etwas am Handling verändern, sodass es für ihn wieder angenehmer ist.

Und auch bei der normalen Körperpflege oder bei der Medikamentengabe unterstützen dich Targets. Dein Hund kann so lernen ruhig zu halten bis du eine Zecke entfernt oder ihm Augentropfen gegeben hast. Das Beste daran ist dann, dass du ihn nicht festhalten oder zwingen musst – er macht freiwillig mit.

 

Entspannungstraining
Entspannung ist so wichtig im Alltag mit deinem Hund, eigentlich das Wichtigste. Denn nur mit Entspannung bekommst du Ruhe und Ausgeglichenheit in den Alltag und das Training. Du könntest eine Decke als Entspannungssignal aufbauen, auf der dein Hund lernt sich wirklich zu entspannen. Diese ist leicht eingepackt und du kannst sie überall mit hin nehmen, sei es zu Besuch, ins Restaurant oder in den Urlaub und dein Hund hat immer seine Portion Entspannung dabei.

Aber auch aktive Entspannungsübungen wie das Dehnen und Strecken kannst du durch Targets hervorrufen. Dein Hund kann sich an einem Baum oder an dir strecken. Oder aber er kanns ein Kinn auf deine Hand auflegen und die Nackenmuskeln werden gedehnt. Und auch isometrische Übungen werden dir mit Hilfe des Targettrainings leicht fallen, denn dein Hund lernt hier einzelne Muskelgruppen gezielt zu aktiveren.

 

Koordination und Gleichgewicht
Nicht nur für das Training, sondern auch für das Körpergefühl und die Gesundheit deines Hundes sind Targets genial. Du kannst Gleichgewichtsübungen machen, in dem du deinen Hund an ein Wackelbrett gewöhnst und darauf einen Target legst oder auch an einen Gymnastikball.
Du kannst ihm beibringen jede einzelne Pfote zu heben und so die Muskeln und seine Koordination trainieren.

 

Beschäftigung und Spaß
Und last but not least für Tricks und Beschäftigung jeder Art sind Targets ebenso super geeignet.
Beim Tricktraining kannst du deinen Hund die neuen Bewegungsabläufe einfach zeigen und erklären. Beim Sport dienen Targets als Fixpunkte und helfen euch gezielte Abläufe zu trainieren.

 

 

Ich hoffe ich konnte dich auch von meiner Target-Begeisterung anstecken.
Und nun wünsche ich dir viel Spaß beim Targettraining mit deinem Hund 🙂

 

arbeitet als Trainerin für Menschen mit Hund in Bayreuth, Creußen und Pegnitz und ist für Seminare in ganz Deutschland und Österreich unterwegs. Sie ist Autorin von mehreren Fachbüchern.
Zudem gibt Sie Ihr Wissen in Ihrer Online-Akademie und auf Ihrem Blog an interessierte Hundehalter weiter.

Mehr zu Sabrina erfährst du hier:
https://vitacanis.net/ueber-mich/

Facebook Twitter Google+ YouTube Vimeo   

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?