Zerren was das Zeug hält – das tuen meine Hunde und ich nur zu gerne. Zerrspiele gehören für uns zu einem schönen Spiel dazu, sie werden als Belohnung eingesetzt, zur Auslastung und zum Training.

Doch beim Thema Zerrspiele mit dem Hund scheiden sich die Geister. Leider ist das Zerrspiel vor einiger Zeit immer wieder in Verruf geraten. So wurde dann gedacht, wenn der Hund das Spiel gewinnt, würde seine dominante Seite gestärkt werden. Oder der Hund würde seine Machtbefugnis testen. Doch darüber braucht sich keiner Gedanken machen.
Denn ein Zerrspiel ist erst einmal ein Spiel und beim Spiel ist der Ernstbezug außen vor.

Ich möchte heute einmal auf die positiven Auswirkungen eines schönen und ausgeglichenen Zerrspiels eingehen.

 

Was macht ein schönes und ausgeglichenes Zerrspiel aus?
Wenn an ein Zerrspiel gedacht wird, sind oft Bilder im Kopf von einem Menschen und einem Hund, die zusammen wie wild an einer Beute herumrucken, rechts und links geschleudert werden, mit viel Geknurre und Action. Aber ein schönes Zerrspiel sieht anders aus:

  • Der Hund zieht an der Beute vor und zurück. Der Mensch hält dagegen, gibt nach und zieht wieder an – aber auch vor und zurück. Ein hin- und herschleudern ist nicht gesund für den Rücken deines Hundes.
  • Es findet ein Wechsel zwischen Erregung und Entspannung statt. Dein Hund ist jederzeit ansprechbar.
  • Ihr begebt euch auf gleiche Höhe. Dein Hund sollte seine Beute auf gleicher Höhe wie seinen Rücken haben können. Setz dich zu ihm auf den Boden oder beuge dich hinunter.

 

Trainingseffekte

Ja, du liest richtig. Zerrspiele mit deinem Hund haben einen wunderbaren Effekt auf das Training und das Verhalten deines Hundes. Es wird die Impulskontrolle deines Hundes trainiert, die Signalkontrolle und auch der Erregungswechsel. Schauen wir uns die einzelnen Trainingspunkte einmal genauer an.

 

Impulskontrolle

Impulskontrolle ist so wichtig im Alltag mit deinem Hund. Egal, was ihr miteinander macht, er braucht sie immer wieder. Das beginnt bei der Leinenführigkeit, bei Hundebegegnungen, wenn Besuch kommt und geht bis zum Antijagdtraining weiter.
Zudem braucht dein Hund sie auch beim ganz normalen Spiel mit dir. Manche Hunde geraten beim Anblick des Spielzeugs sofort in eine hohe Erregungslage und können sich kaum mehr beherrschen.
Im Spiel kannst du die Impulskontrolle immer weiter fördern und nach und nach in den Alltag übertragen.

Als Tipp: Baue ein Spielsignal auf.
Ein Spielsignal kündigt für deinen Hund ein Spiel an. Das Zerrspiel beginnt immer nur nach diesem Signal. So wird dein Hund lernen, dass es sich erst lohnt nach diesem Signal mit dem Spiel zu beginnen. Die Erregung fährt so immer mehr runter, weil dein Hund genau weiß, was er zu erwarten hat.

 

Signalkontrolle

Signalkontrolle bedeutet, dass du von deinem Hund ein Signal verlangen kannst wie beispielsweise Sitz, Platz, Steh, Handtouch und das in jeder beliebigen Situation – auch wenn Ablenkung und Aufregung im Spiel ist.
Beim Zerrspiel geht die Erregung deines Hundes ganz automatisch nach oben, doch du kannst sie hier durch die Art und Weise wie ihr spielt, steuern.
Übe hier ganz bewusst eure Basicsignale für den Alltag. Schafft dein Hund sie auszuführen, dann wird als Belohnung weitergespielt.

Achte bitte darauf, dass du zu Beginn nicht zu viel verlangst, sondern in kleinen Schritten die Signale in das Spiel integrierst. Ihr sollt beide weiterhin Spaß am Spiel haben.

 

Erregungswechsel

Und das ist auch ein ganz wichtiger Faktor für einen alltagstauglichen Familienhund. Dein Hund darf die Fähigkeit erlernen seine Erregung so schnell es geht zu wechseln – von aufgeregt zu entspannt. Und das geht mit Spieleinheiten wunderbar. Umso besser dein Hund sein Erregungsniveau steuern kann, desto leichter fallen euch auch schwierige Situationen im Alltag.

Spiele kurz mit deinem Hund und halte sein Erregungsniveau bitte zu Beginn niedrig. Dann wechselst du in eine Entspannungsphase. Hier kannst du deinen Hund mit konditionierterer Entspannung, isometrischen Übungen oder aktiver Entspannung helfen sein Erregungsniveau zu senken. Danach wird wieder gespielt und dann wieder entspannt.

 

 

Körperliche Auslastung

Ein Zerrspiel ist nicht nur Spiel und Training zugleich, sondern tut auch einiges für den Körper deines Hundes. Es kräftigt ihn ungemein und vor allem die Hinterhand. Wichtig ist aber, dass der Hund wirklich zieht und nicht hin und her geschleudert wird.

Dein Hund mobilisiert beim Zerrspiel seine Muskulatur, aktiviert und stärkt sie. Dadurch wird sein Bedürfnis nach körperlicher Bewegung gestillt. Auch wenn mal ein Tag dabei war, an dem dein Hund sich körperlich wenig verausgaben konnte, kannst du das durch ein Zerrspiel wieder wett machen.

 

Kleine Tipps

Nutze dein Markersignal
Du kannst deinem Hund helfen und ihm genau sagen, welche Elemente im Zerrspiel erwünscht sind. Markiere diese Verhaltensweisen mit dem Markersignal. So kannst du beispielsweise einem eher zurückhaltenden Hund seinen Marker geben, wenn er vorsichtig beginnt zu zerren oder aber einen wilden Zerrpartner, wenn er das Spielzeug exakt an der richtigen Stelle mit seinem Maul greift. Oder aber wenn dein Hund auf Signal das Zerrspielzeug loslässt.

Belohnungen richtig einsetzen
Und auch Belohnungen können beim Zerrspiel eingesetzt werden, vor allem um das Zerrspiel zu formen und in die richtigen Bahnen zu lenken. Aber auch um vorsichtige Spieler überhaupt zum Spiel oder heftigere Spieler ruhiger zu bekommen. Setze deine Stimme als Lob ein, Weiterspielen, kleine Futterbröckchen oder aber auch mal ein Hetz- oder Suchspiel. Was am Besten passt, ist abhängig von deinem Hund und dem Ziel des Spiels.

 

Also los geht’s und habt Spaß mit einen schönen Zerrspiel 🙂

 

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