DingDong und schon geht das Gebell lost und dein Hund stürmt zur Tür. Wenn du dann deinen Besuch herein lassen möchtest, dann springt dein Hund an ihm auf und ab und auch danach kommt er schwer zur Ruhe. Kennst du diese Situation? Das kann schon ganz schön nervenaufreibend sein, oder? Doch mit gezieltem Besuchertraining bekommst du auch das in den Griff und dein Hund wird zum höflichen Gastgeber.

 

Was sind seine Beweggründe?

Was du siehst, wenn dein Hund bellend zur Tür rennt oder den Besuch nicht wirklich ins Haus lassen möchte, das ist nur das Offensichtliche. Damit du aber Erfolg beim Besuchertraining hast, musst du tiefer gucken, was liegt unter dem Verhalten, warum tut dein Hund das.

1. Aufregung und Vorfreude
Liebt dein Hund andere Menschen und möchte mit jedem gut Freund sein, dann ist Besuch natürlich etwas Tolles für ihn. Streichelnde Hände, hier und da ein Leckerli und bestimmt ganz viel Aufmerksamkeit. Klasse 🙂 Umso öfter es klingelt und Besuch „für“ deinen Hund erscheint, desto aufgeregter wird er. Diese Aufregung wird durch Bellen, Hektik und stürmisches Verhalten gezeigt.

2. Angst
Anders sieht es aus, wenn dein Hund vor dem Besuch Angst hat. Ihm ist es nicht geheuer, wenn ein Fremder in seine sicheren vier Wände kommt. Was tut der hier? Auch, wenn dein Hund Angst hat, kann es sein, dass er dennoch auf den Besuch bellend oder knurrend zugeht, in der Hoffnung ihn zu vertreiben.

3. Aggression
Und wenn dein Hund es überhaupt nicht toll findet, wenn ein „Eindringling“ in sein Territorium kommt, dann wird offensives Aggressionsverhalten gezeigt. Dein Hund bellt, knurrt, zwickt vielleicht sogar. Sein Ziel ist es, den Fremden zu vertreiben.

 

Zum Anschauen:
Gastgebertraining für deinen Hund

 

Training als Lösung

Wenn es um das Besuchertraining geht, dann sind bei den meisten Hunden die vier großen Hürden: Es klingelt, ruhig warten bis der Besuch drin ist, den Besuch auf vier Pfoten begrüßen und sich zu entspannen.
Zeigt dein Hund verstärkt Angst- oder Aggressionsverhalten gehören noch einige Punkte mehr dazu, das würde hier aber den Rahmen sprengen. Deswegen konzentrieren wir uns erst einmal auf diese vier Punkte:

1. Klingeltraining
Es klingelt und dein Hund rast bellend zur Tür. Das ist schon der erste Aufregungsauslöser, den es zu verändern gilt. Beginne das Training damit, dass dein Hund lernt, dass der Klingelton zukünftig bedeutet „Geh zu deinem Menschen, dort erwartet dich was Tolles“.
Immer wenn die Klingel ertönt, bekommt dein Hund einen wahren Leckerliregen. Betätige die Klingel immer wieder, sodass dein Hund eine gute Verknüpfung bekommt.

2. Geh auf die Decke/ins Zimmer
Bringe deinen Hund bei auf Signal auf die Decke zu gehen und dort auch zu warten. Alternativ kannst du ihn auch in ein anderes Zimmer schicken. Dieses Signal ist nicht nur für Besuchssituationen hilfreich, sondern ganz allgemein im Alltag.

3. Besuch höflich begrüßen
Die nächste Hürde ist es den Besuch so zu begrüßen, dass es ihn nicht rücklings gegen die Wand fegt. Deswegen darf dein Hund hier Manieren lernen. Du kannst deinen Hund dafür belohnen, wenn er noch alle vier Füße am Boden hat. Oder du nutzt meinen Favoriten im Training, die Sitzdose. Was das genau ist, habe ich dir hier in diesem Artikel zusammengefasst:

Tipps für mehr Bodenkontakt

 

4. Entspannungstraining
Und die Basis von Allem ist wieder einmal die Ruhe, die innerliche Ruhe deines Hundes, und das schnelle Herunterfahren aus der Aufregung.
Baue bei deinem Hund Entspannungssignale auf wie das konditionierte Entspannungssignal und hilf ihm dadurch den Besuch gelassen zu empfangen.

Bringe mehr Ruhe in den Alltag!
Wie du deinen Hund hilfst zu entspannen.

 

Management als Hilfe

Egal wie gut du trainierst, der Alltag kommt immer mal wieder dazwischen. Damit dein Hund auf Dauer umlernt ist es wichtig, dass er sich in seinem alten Verhalten nicht weiter übt. Und das bekommst du hin durch Management. Management bedeutet, dass du unerwünschtes Verhalten gezielt verhinderst. Beim Besuchertraining könnte das wie folgt aussehen:

  • Kauartikel: Biete deinem Hund einen richtig leckeren Kauartikel oder gefüllten Kong an. Damit kann er sich beschäftigen und der Besuch ist nicht mehr im Fokus.
  • Das andere Zimmer: Bringe deinem Hund bei, dass er ruhig in einem anderen Raum warten kann. Das nimmt dir den Stress, Besuch und Hund auf einmal händeln zu müssen und verhindert erst einmal Anspringen des Besuchs.
  • Hundebox: Ich liebe sie einfach. Eine Hundebox ist nicht nur ein gemütlicher Rückzugsort für deinen Hund, sondern hilft auch im Alltag umgemein. Dein Hund hat hier einen sicheren Platz und er kann nicht einfach so zum Besuch hinrennen.
  • Kindergitter: Auch Türabtrennungen sind viel wert. Dein Hund kann dabei sein, kann aber nicht einfach so zu Besuch gelangen.
  • Anleinen: Eine dünne Hausleine am Geschirr deines Hundes befestigt, lässt dich viel ruhiger reagieren. Du kannst so die Leine einfach aufnehmen und verhinderst ein Vorstürmen deines Hundes.

 

 

arbeitet als Trainerin für Menschen mit Hund in Bayreuth, Creußen und Pegnitz und ist für Seminare in ganz Deutschland und Österreich unterwegs. Sie ist Autorin von mehreren Fachbüchern.
Zudem gibt Sie Ihr Wissen in Ihrer Online-Akademie und auf Ihrem Blog an interessierte Hundehalter weiter.

Mehr zu Sabrina erfährst du hier:
https://vitacanis.net/ueber-mich/

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