Wie unsere Tiere mit uns in Resonanz gehen und was wir Menschen daraus für uns selbst erfahren können.

Ein Bericht aus meiner Praxis.

Eine Hundebesitzerin ruft mich an:

Ihr 10-jähriger Mischlingsrüde, Benno, hat seit ca. Frühjahr letzten Jahres, mal mehr mal weniger heftig an beiden Körperseiten, seitlich oberhalb des Bauches, mehrere offene und entzündete Stellen. Er kratzt oder leckt sich fast ständig daran und dadurch wird es immer schlimmer. Die betroffenen Bereiche weiten sich aus. Auch am Kinn und am Hals beginnt er sich zu kratzen.

„Er tut mir wirklich leid, denn der Juckreiz und das Kratzen ist richtig schlimm. Manchmal kratzt er so lange, bis die Stelle blutet. Ich habe schon viel probiert und nichts konnte ihm dauerhaft helfen. Es kommt immer wieder. An manchen Stellen ist er bereits kahl. Zu Beginn wurde eine Allergie diagnostiziert und um das ganze etwas zu beruhigen bekam er Antibiotika und später Cortison. Kurzfristig trat eine Beruhigung ein aber die betroffenen Stellen sind trotz alle dem nicht abgeheilt und Benno kratzt sich immer wieder über die ganze Zeit bis jetzt. Ich habe das Gefühl, es lässt zwar ab und zu mal etwas nach und kommt dann immer wieder mit voller Heftigkeit zurück.“

Wir vereinbaren einen Termin vor Ort:

Ich beginne mit der Anamnese. Dazu frage ich Verhalten, Gemütszustand, Informationen über das Wesen, Charakter, psychische Auffälligkeiten, Emotionen usw. von Benno ab. Zu einer ganzheitlichen Beurteilung des Falles sind auch alle Informationen über die äußeren Einflüsse aus dem Umfeld von Benno, über die Tier-Besitzer-Beziehung, Haltung, Futter usw. sehr wichtig. Zum Schluss geht es um die körperlichen Symptome und ich gehe zum Untersuchungsgang von Kopf bis Fuß über. Die Anamnese in dieser Ausführlichkeit ist für mich die Grundlage für ein ganzheitliches Therapiekonzept.

Hier ein Ausschnitt aus den Informationen der Besitzerin:

„Benno ist ein 8 Jahre alter kastrierter Mischlingsrüde und kam mit 14 Wochen aus dem Tierheim zu uns. Er ist innerhalb des Hauses im allgemeinen ein freundlicher, lieber und gehorsamer Hund. Im Haus verfolgt er mich immer wieder auf Schritt und Tritt. Trotzdem mag er körperliche Nähe nicht so gern, lässt sich zwar streicheln, legt sich dazu aber höchstens mal neben meine Füße. Benno schläft gern und viel und wirkt manchmal etwas träge.

Bei Hundebegegnungen ist es häufig so, dass er auf den anderen Hund zuläuft, ihn kurz ab checkt, an schnuppert und dann ignorierend weiter geht. Es kann aber auch sein, dass er auf Hunde zu stürmt, sie anrempelt und aufreitet. Wehrt sich der andere und weist Benno in seine Schranken, lässt er sich schnell einschüchtern und zieht sich mit eingezogenem Schwanz zu mir zurück. Gibt der andere Hund klein bei, muss ich aufpassen, dass Benno nicht zu heftig oder aggressiv gegenüber ihm wird und greife, um das zu verhindern, schon mal vorab ein. Außerdem geht er schon mal stiften, alles rufen nutzt dann nichts. Er geht seinen Weg und kommt dann erst nach einiger Zeit zurück. Streichle ich z.B. den Nachbarhund, fängt er an unfreundlich zu bellen.

Bisher hatte er keine besonderen Erkrankungen. Außer einer kleinen Bisswunde durch eine seiner rüpelhaften Hundebegegnungen, die sich entzündete und mit Antibiotika behandelt wurde.Aufgrund der offenen Stellen, die durch das ständige Kratzen auch nicht abheilten und sich immer wieder entzündeten, wurde Benno mit Antibiotika und Cortison behandelt. Es wird zwar besser, werden die Medikamente aber abgesetzt, kommen die Symptome und der Juckreiz zurück.

Ich lasse Benno jährlich impfen und entwurme ihn regelmäßig. Auch der Zahnstein wird regelmäßig beim TA entfernt. Ich füttere ihn mit hochwertigen Trockenfutter und ab und an mal bekommt er was vom Tisch.

Wenn ich so darüber nachdenke, hat der Juckreiz vor ca. 1,5 Jahren begonnen. Aber Stress gab es eigentlich zu dieser Zeit nicht. Ganz im Gegenteil: ein halbes Jahr vorher haben mein Mann und ich uns getrennt.Der ganze Ärger und Stress hatte sich zu dieser Zeit gerade etwas gelegt. Ich konnte nach einer gefühlt langen Zeit endlich mal wieder aufatmen und zur Ruhe kommen.“

Nach den Ausführungen der Besitzerin gehe ich weiter zum Untersuchungsgang:

Natürlich fallen als erstes die entzündeten und auch blutig gekratzten, z.T. verkrusteten Stellen an seinem Körper auf. Das Fell fühlt sich plackig an und er hat fettige Schuppen. In den Ohren befindet sich üppiges Ohrenschmalz. Die Augen- und Mundschleimhäute sind himbeerrosa und die Zähne zeigen Zahnstein. Anhand dieser Anzeichen ist bereits klar, dass außer dem chronischen Juckreiz und Kratzen auch eine Stoffwechselproblematik vorliegt. Der Körper versucht über „falsche“ Wege (Haut-Fell, Augen, Ohren, Mundschleimhaut) sich von Schlackstoffen zu entledigen. Jetzt symptomatisch vorzugehen wäre ein Fehler, als erstes muss der Stoffwechsel eingestellt werden, damit sich der Körper der Schlackstoffe entledigen kann. Es wäre grundlegend falsch, nur an Haut und Fell, an Augen, Ohren usw. herum zu laborieren.

Ich bespreche mit der Besitzerin die Erstmaßnahmen für Benno:

  • Entlastung des Stoffwechsels und Aktivierung des Leber- und Nierenstoffwechsel
  • parallel dazu eine Futterumstellung
  • Erleichterung für den Juckreiz
  • zwei Biodynamische Craniosacral-Behandlungen im Abstand von 14 Tagen

Und für die Zukunft:

  • Entwurmen und Impfen nicht nach Plan sondern nach Bedarf!

 

Sabine Hofmann

Sabine Hofmann