Könnte dein Hund immer mehr machen? Ist er scheinbar nie müde zu bekommen?
Was tust du dann? Machst du noch mehr mit deinem Hund?
Laste ihn einfach mehr aus! Genau dieser Tipp wird ganz vielen Hundehaltern gegeben, wenn der Hund nicht zur Ruhe kommt. Aber ist mehr Auslastung und Beschäftigung wirklich des Rätsels Lösung?

 

 

Immer mehr bewirkt oft das Gegenteil!

Kommt dein Hund schwer zur Ruhe und möchte immer mehr, ist er immer im Standby-Modus, egal ob Drinnen oder Draußen, dann tut ihm das nicht gut. Dann mehr mit ihm zu machen, wird ihm nicht helfen entspannter zu werden – im Gegenteil. Umso mehr du mit deinem Hund tust – körperlich und geistig – desto mehr gewöhnt er sich daran und braucht es auch. Es ist dann wie eine Sucht.

Doch nicht nur das, dein Hund hat auch kaum eine Chance die Reize, die er in dieser Zeit erlebt, zu verarbeiten. Reizverarbeitung findet in der Ruhe und im Schlaf statt. Ist dein Hund jedoch die meiste Zeit des Tages aktiv, dann kann das nicht reibungslos funktionieren und er wird immer aufgedrehter und verlangt nach mehr. Nicht weil er es unbedingt will, er kann von innen heraus einfach nicht anders.

 

Lege deinen Fokus auf Ruhe!

Also was tun, damit der eigene Hund mehr in die Ruhe kommt und sich auch Zuhause einfach einmal entspannen kann? Wenn mehr machen nicht die Lösung ist, dann mache das Gegenteil – ja mach weniger. Wie? Dann dreht er mit aber komplett ab, denkst du dir jetzt bestimmt, oder? Ganz am Anfang, also wenn du euer Programm umstellst, dann kann es sein, dass dein Hund das erst einmal nicht versteht und ein bisschen hibbeliger wird. Aber das sollte nicht lange dauern. Denn mit einem genauen Entspannungsplan wird dein Hund dir dankbar sein und die Ruhe gerne annehmen.

Bedenke: Ein Hund braucht rund 18-20 Stunden Ruhe und Schlaf pro Tag.

 

Lege also deinen Fokus auf Ruhe und Entspannung mit deinem Hund. Damit du dir aber erst einmal darüber klar wirst, wie viel Aktion dein Hund pro Tag und pro Woche hat und wie viel Ruhe, empfehle ich dir eine Tagesablauf-Analyse zu machen. Schreibe eine Woche lang jede Aktion deines Hundes auf. Wie viele Stunden pro Tag schläft er, wie viele Stunden ist er aktiv, wann spielt er, frisst er, etc. Sei hier kleinlich damit du einen genauen Überblick bekommst.
Und am Ende der Woche ziehe dein Fazit. Bekommt dein Hund wirklich die nötige Ruhe, die er braucht um entspannt und ausgeglichen zu sein?

 

Wenn nicht, dann baue Entspannung in euren Alltag ein:

  • Trödelspaziergänge: Es geht nicht um die Strecke, sondern um die Zeit, die ihr miteinander verbringt. Trödle auf eurem Spaziergang. Laufe einen Weg vor und zurück und keinen Rundweg. Das mindert die Reize für deinen Hund.
  • Ruhezone: Etabliere einen Ort Zuhause, an dem dein Hund vollkommene Ruhe lernt.
  • Entspannungssignale: Entspannungssignale helfen deinem Hund auf Signal sein Erregungsniveau zu senken.
  • Ernährung: Achte auf nervenreiche Ernährung für deinen Hund, die sein Gemüt positiv beeinflusst.

 

 

Sabrina Neubauer-Reichel

arbeitet als Trainerin für Menschen mit Hund in Bayreuth, Creußen und Pegnitz und ist für Seminare in ganz Deutschland und Österreich unterwegs. Sie ist Autorin von mehreren Fachbüchern.
Zudem gibt Sie Ihr Wissen in Ihrer Online-Akademie und auf Ihrem Blog an interessierte Hundehalter weiter.

Mehr zu Sabrina erfährst du hier:
https://vitacanis.net/ueber-mich/

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