Ignorieren – hast du auch schon einmal diesen Tipp bekommen um deinem Hund ein Verhalten abzugewöhnen?
Und wie hat das funktioniert? Ignorieren wird gerne als Tipp gegeben, es ist aber nicht immer von Erfolg gekrönt. Was hat es also mit dem sagenumwobenen Ignorieren im Hundetraining auf sich?

 

Was bedeutet Ignorieren genau?

Ignorieren ist eine Form des Trainings, genauer gesagt des Trainings über negative Konsequenzen. Deinem Hund wird dabei keinerlei Aufmerksamkeit geschenkt, er bekommt kein Feedback auf sein Verhalten und aus diesem Grund wirkt das als Strafe. Laut den Gesetzen der Lerntheorie wird deshalb das Verhalten nach und nach weniger werden, weil es nicht von Erfolg gekrönt ist.

Deinen Hund wirklich zu Ignorieren ist aber gar nicht so einfach. Ignorieren bedeutet, dass du deinem Hund keine, wirklich gar keine Aufmerksamkeit schenkst. Kein Blick in seine Richtung, nicht einmal ein Hinschielen, keine Worte, kein genervtes Seufzen, wirklich nichts. Nur dann hat das Ingorieren auch seinen Erfolg.

 

Wann ist es sinnvoll?

Ignorieren kann und sollte nicht pauschal im Training eingesetzt werden, denn es hat nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen Erfolg.

1. Dein Hund möchte mit seinem Verhalten Aufmerksamkeit und ein Feedback bekommen, das Ignorieren von dir verhindert das. Das bedeutet, dass es auch nur funktionieren kann, wenn die Situation es erlaubt, dass dein Hund keine Aufmerksamkeit von dir bekommt.

2. Es bedeutet aber nicht nur, dass er von dir keine Aufmerksamkeit bekommt, sondern, dass auch die Umwelt ihm keinerlei Aufmerksamkeit schenkt. Sollte sein Verhalten durch die Umwelt belohnt werden, weil ihn die vorbeilaufende Person anschaut oder anspricht, dann bringt es nicht nichts.

3. Du musst es durchhalten und Nerven bewahren.

 

Bedenke: Wenn dein Hund bisher mit seinem Verhalten Erfolg hatte, dann kann es nun durchaus sein, dass er gefrustet ist, wenn er jetzt nicht mehr weiterkommt damit. Durch diesen Frust wird das Verhalten meist noch einmal verstärkt gezeigt. Da musst du dann aber durch 😉

 

Wann du deinen Hund auf keinen Fall ignorieren solltest.

Es gibt natürlich auch Situationen, in denen du Ingorieren als Trainingsmaßnahme absolut nicht einsetzen solltest. Das ist der Fall, wenn …

  • das Verhalten deines Hundes an sich selbstbelohnend ist (wie z.B. das Jagdverhalten).
  • dein Hund von Außen eine Belohnung erfährt (z.B. durch einen anderen Menschen).
  • das Verhalten für deinen Hund oder andere Menschen gefährlich ist.

 

 

Sabrina Neubauer-Reichel

arbeitet als Trainerin für Menschen mit Hund in Bayreuth, Creußen und Pegnitz und ist für Seminare in ganz Deutschland und Österreich unterwegs. Sie ist Autorin von mehreren Fachbüchern.
Zudem gibt Sie Ihr Wissen in Ihrer Online-Akademie und auf Ihrem Blog an interessierte Hundehalter weiter.

Mehr zu Sabrina erfährst du hier:
https://vitacanis.net/ueber-mich/

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