Belohnung im Hundetraining ist ein viel diskutiertes Thema unter Hundeleuten. Es gibt auf der einen Seite die absoluten Gegner von Futter- oder Spielbelohnungen, denn sie sind der Meinung, dass ein Hund für seinen Menschen gehorchen soll. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die ihren Hund mit Futter regelrecht vollstopfen.
Doch warum zeigen Hunde ein bestimmtes Verhalten? Warum bleibt ein Verhalten bestehen oder verschwindet? Was ist eigentlich eine Belohnung? Und was ist Verstärkung?

 

Grundsätzlich ist zu sagen

Jeden Verhalten eines Hundes liegt eine bestimmte Motivation zu Grunde. Die Motivation ist da um ein bestimmtes Bedürfnis des Hundes zu befriedigen.
Ein Hund tut etwas, weil es sich für ihn lohnt oder er lässt etwas, weil es sich für ihn nicht lohnt. Ganz einfach.
Oder würden Sie jeden Tag auf die Arbeit gehen, wenn Sie am Ende des Monats kein Gehalt auf Ihrem Konto vorfinden?

Für den Hund bedeutet dies, wenn er keine Motivation zu etwas hat und sein Bedürfnis nicht bzw. nie befriedigt wird, wird er ein Verhalten immer weniger zeigen bis es schließlich erlischt.
Wird hingegen ein Bedürfnis befriedigt, wird das Verhalten immer öfter auftreten.

Ein Belohnung ist etwas Positives für den Hund, etwas das ihm gut tut oder gefällt, z. B. Leckerlis, Zerrspiele, Menschen begrüßen, ins Wasser dürfen, etc.
Eine Verstärkung hingegen ist eine motivationsgerechte Belohnung.
Als Beispiel: Mein Hund stöbert im Gebüsch umher, ich rufe ihn und als Belohnung darf er nach einem zuvor fallen gelassenen Futterdummy suchen. Seine Motivation nach Stöbern und Suchen wurde aufgegriffen und sein aktuelles Bedürfnis dadurch befriedigt. Das Rückrufsignal wurde also motivationsgerecht belohnt.

 

Was kann alles eine motivationsgerechte Belohnung sein?
Alles, was ein Hund im Moment gerne tun würde.
Dies können neben verschiedenen Leckerlis, die aus der Hand gegeben, geworfen oder versteckt werden können, auch Spielzeug, Rennspiele mit dem Menschen, Buddeln und vieles mehr sein.

Was tut Ihr Hund gerne? Wie können Sie Ihren Hund motivationsgerecht belohnen und dadurch Verhalten wirklich verstärken?

Nehmen Sie sich einen Stift und einen Zettel und notieren Sie sich 20 Lieblingsbeschäftigungen Ihres Hundes. Seien Sie dabei ehrlich und schreiben Sie wirklich das auf, was Ihr Hund gerne tut. Im ersten Moment ist es erst einmal egal, ob Sie es toll finden 😉

Nun streichen Sie alles, was Sie nicht tolerieren können und suchen dafür passende Alternativen.

Um Ihnen Ideen zu geben, hier zwei Beispiele meiner Hunde:

 

Belohnungsliste Sheila
  1. Hasen und Katzen hetzen  –> Hetzspiele mit Ball an der Schnur
  2. Rehe hetzen –> Hetzspiele allgemein
  3. Distanz zu fremden Hunden schaffen –> Bögen laufen
  4. Stöbern –> Futterbeutel suchen
  5. Rücksuche
  6. Spielzeug suchen
  7. Zerrspiele
  8. aus der Futtertube schlappern
  9. schnüffeln
  10. große Kreise um mich herum rennen
  11. mit mir rennen
  12. Leckerli-Suchspiele
  13. Lauerspiele/Mäuschenspiel
  14. auf Steine, Baumstämme etc. springen
  15. Buddeln
  16. am Popo gekrault werden
  17. im Gras wälzen
  18. Handtouch
  19. Schlüsselbund tragen
  20. Tricks ausführen

Bei Sheila kann ich die ersten zwei Punkte nicht akzeptieren, als Alternative darf sie verschiedene Spielsachen hetzen.
Für Distanz zu fremden Hunden schaffen, habe ich ebenfalls eine Alternative gesucht. Sheilas Strategie war fremde Hunde durch Aggressionsverhalten auf Abstand zu halten, jetzt hat sie als Alternative Bogen gehen gelernt.
Stöbern ist ein Puzzelteil des Jagdverhaltens. Manchmal lasse ich Sheila stöbern, wenn es nicht zu intensiv wird, ansonsten habe ich eine gute Alternative im Stöbern nach dem Futterbeutel gefunden.

 

Belohungsliste Lenni
  1. Wild und Katzen hetzen –> Hetzspiele mit Zerrseil
  2. Wild und Katzen beobachten
  3. nach Mäusen buddeln
  4. an Mäuselöcher anschleichen
  5. zu Hunden hinrennen
  6. mit Hündinnen spielen
  7. Rüden von Sheila fern halten –> Zerrspiele mit mir
  8. Stöbern –> Futterbeutel suchen
  9. aus der Futtertube schlappern
  10. Verfolgungsspiele mit Menschen
  11. im Wasser plantschen
  12. ins Wasser beißen
  13. Hechtsprünge in hohe Gras
  14. schnüffeln
  15. Rücksuche
  16. Naturkauartikel fressen
  17. Äpfel fressen
  18. am Rücken gekrault werden
  19. Lauerspiele
  20. Leckerlis suchen

Bei Lenni habe ich für drei Verhaltensweisen Alternativen suchen müssen: Wild hetzen, Rüden von Sheila weg halten und Stöbern.
Anstatt Wild zu hetzen darf Lenni ein ausgiebiges Hetzspiel mit seinem Zerrseil machen und anschließend endet es in einem Zerrspiel.
Lenni möchte andere Rüden von „seiner“ Sheila fern halten. Er darf seine Erregung an seinem Zerrseil abbauen und rennt damit beutelnd durch die Gegend.
Beim Stöbern habe ich wie bei Sheila die Alternative des Futterbeutelsuchens.

Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß beim motivationsgerechten Belohnen mit Ihrem Hund.

 

 

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