Spiel unter Hunden ist schön zu beobachten. Wie sie mit Grimassen über die Wiese flitzen, sich gegenseitig jagen oder miteinander um die Wette ringen. Ja, Spiel ist toll. Doch aus Spiel kann auch Ernst werden. Deswegen ist es enorm wichtig, dass du wirkliches Spiel erkennst und siehst, wann es zu kippen droht.

 

Was kennzeichnet also schönes Spiel unter Hunden?

Spiel ist immer eine freiwillige Angelegenheit, bei der sich alle Spielpartner wohl fühlen und komplett frei von Ängsten zueinander sind. Du erkennst Spiel an …

 

Körperbewegungen
Spiel bedeutet Spaß, Spaß miteinander zu haben und dieser Freude freien Lauf zu lassen. Das spiegelt sich auch in den Bewegungen von spielenden Hunden wieder.

Ein spielender Hund zeigt weiche und kurvige Bewegungen, es ist keine Spannung vorhanden. Die Rute wird locker gehalten und dient bei Rennspielen einfach nur als „Ruder“.

 

Übertreibungen
Beim Spielen übertreiben Hunde gerne, das heißt ihr Körper übertreibt mit all seinen Bewegungen. Es kann sein, dass dein Hund wie ein Grashüpfer über die Wiese springt oder sein Maul beim Maulringen gigantisch weit aufreißt, sodass du alle Zähne blitzen siehst, gleichzeitig hängt aber die Zunge seitlich weit aus dem Maul.

Auch ein Spielgesicht gehört dazu. Ein Spielgesicht erkennst du daran, dass einfach alles „herumschlabbert“. Die Gesichtsmuskeln sind total locker, Ohren, Lefzen und Zunge fliegen wild durch die Gegend.

 

Spielpausen
Ein schönes Spiel ist ein Wechsel von einem Anstieg und einem Sinken der Erregung. Damit das passiert, finden immer wieder kurze, wirklich nur Sekunden andauernde Spielpausen statt.

 

Selfhandicaping
Beim Spielen behindern sich Hunde oft selbst, um mit einem Spielpartner, der entweder viel kleiner ist, körperlich unterlegen oder jünger, weiter Spielen zu können. Das erkennst du daran, dass sich ein Hund hinlegt, ganz bewusst weniger Kraft einsetzt und auch langsamer läuft.

 

Rollentausch
Spiel ist nicht nur einseitig, sondern sollte für beide Partner gleichwertig sein. Das heißt, dass nicht nur einer immer gejagt wird, sondern dieser auch einmal den Jäger spielen darf.

 

Playbow
Die Playbow ist ein reines Spielsignal, das dem Gegenüber signalisiert, dass wirklich und wahrhaftig gespielt wird. Du kennst die Playbow einfach unter der Spielverbeugung. Dein Hund geht mit seinem Oberkörper nach vorne und streckt die Vorderbeine seitlich weit auseinander und seine komplette Körpersprache ist weich. Das beutetet reines Spiel.

Durch dieses Spielsignal wird dem Spielpartner versichert, dass alles, was passiert, Spiel ist und absolut keinen Ernstbezug hat.

 

>>> Bitte nicht verwechseln!! Preybow!!

Die Preybow ist ebenfalls eine Verbeugung im Sozialkontakt unter Hunden, findet jedoch nicht im Spiel, sondern bei Konflikten statt. Der Unterschied zur Playbow ist, dass die Vorderbeine parallel und eng gehalten sind.

 

 

Woran du erkennst, dass das Spiel zu kippen droht.

Auch, wenn Hunde noch so schön miteinander spielen, kann es sein, dass aus Spiel Ernst wird. Sei es weil die Erregung zu hoch geht oder eine Ressource ins Spiel kommt. Achte deswegen gut auf die kleinen Anzeichen von kippenden Spiel. Siehst du eines dieser Zeichen, dann unterbreche das Spiel freundlich und bringe du als Mensch eine Pause in die Situation.

 

Die Spielpausen fehlen.
Die nötigen Spielpausen finden nicht mehr statt. Dadurch geht das Erregungslevel immer weiter nach oben und ein aufeinander abgestimmtes Spiel kann nicht mehr wirklich stattfinden.

 

Rollentausch und Selfhandicaping gibt es nicht mehr.
Es wird nur noch ein Hund gejagt, der andere rennt ständig hinterher. Es ist einer immer das „Opfer“, der andere der „Jäger“. Freundliches Selfhandicaping scheint vergessen.

 

Die Bewegungen sind staksig.
Die „Spielbewegungen“ verändern sich. Sie sind nicht mehr weich und fließend und übertrieben, sondern staksig, fest und die Hunde richten sich frontal zueinander aus.

 

Zeichen von Unwohlsein
Wenn ein Hund nicht mehr Spielen mag oder ihm das Spiel nicht mehr geheuer ist, dass kann es sein, dass er immer mehr Schutz bei seinem Menschen sucht. Oder aber er zieht seine Rute ein und schnappt seinen „Spielpartner“ laut mit den Zähnen klappernd ab.

 

Die Spiel-Ampel
Hier nochmal für dich eine kleine Übersicht, wie du Spiel einschätzen kannst …

GRÜN - Alles easy!
  • ausgeglichenes Spiel
  • Rollentausch
  • auf Seite rollen
  • auf Rücken rollen
  • Pföteln
  • seitlich ausrichten
  • kurzes Fixieren
  • PlayBow
  • Rute ist niedrig
  • kurze Pausen
ORANGE - Aufpassen!
  • Züngeln
  • Rückenhaare sind aufgestellt
  • Fellschütteln
  • kaum Rollentausch
  • Kopf wegdrehen
  • steif werden
  • Fixieren
  • Konflikt zwischen Spiel und Meiden
  • ständiges Bellen
  • grobes Spiel
ROT - Eingreifen!!
  • Einfrieren
  • Pfoten auf Rücken
  • vertikales Spiel für mehrere Sekunden
  • Rückenhaare komplett aufgestellt
  • deutliche Stresszeichen
  • deutliche Angstzeichen
  • sehr hohes Erregungsniveau
  • Spiel mit Abwehrverhalten (Abschnappen)
  • Kopf/Kinn liegt auf Schulter auf

 


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Sabrina Neubauer-Reichel

arbeitet als Trainerin für Menschen mit Hund in Bayreuth, Creußen und Pegnitz und ist für Seminare in ganz Deutschland und Österreich unterwegs.
Sie ist Autorin von mehreren Fachbüchern.
Zudem gibt Sie Ihr Wissen in Ihrer Online-Akademie und auf Ihrem Blog an interessierte Hundehalter weiter.

Mehr zu Sabrina erfährst du hier:
http://vitacanis.net/ueber-mich/

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