Es passiert immer einmal wieder, dass unser Hund in Stress gerät. So ist das Leben. Auch wir selber erfahren hin und wieder einen Stresszustand. Das ist normal und gehört dazu. Wenn der Stress jedoch so groß ist, dass das Denken, das Verhalten und auch die Gesundheit beeinflusst wird, musst du für deinen Hund reagieren.

Stress haben bedeutet, dass ein Lebewesen, in unserem Fall ein Hund, mit einer bestimmten Situation nicht wirklich zurecht kommt und der Organismus versucht sich nun anzupassen.

Ausgelöst werden kann der ganze Stress durch die unterschiedlichsten Ursachen, hier nur einmal beispielhaft ein paar:

  • Veränderungen im Tagesablauf
  • zu wenig Ruhe und Schlaf, fehlende Rückzugsorte
  • zu viel Trubel und Bewegung
  • mentale Unterforderung oder Überforderung
  • Gesundheit und Schmerzen

 

Was passiert bei deinem Hund, wenn er gestresst ist?
Wenn dein Hund gestresst ist, dann verändert sich einiges bei deinem Hund. Ich möchte mich jetzt einmal auf die Auswirkungen auf das Verhalten deines Hundes fokussieren. Stress verändert die Gefühlswelt und somit auch das Verhalten deines Hundes:

  1. Dein Hund ist nicht mehr in der Lage klar zu denken. Durch den Stresszustand des Hundekörpers wird der Bereich im Hirn blockiert, der für bewusstes Denken zuständig ist. Erlerntes Verhalten kann nicht mehr sicher abgerufen werden.
  2. Konzentration und Aufmerksamkeit dir gegenüber werden immer weniger gezeigt. Dein Hund versucht mit der Stresssituation klar zu kommen und seine Aufmerksamkeit wird genau dort hingerichtet. Aufmerksamkeitsteilung ist in diesem Moment sehr schwer und teilweise auch unmöglich.
  3. Es fällt deinem Hund schwer, seine Impulse zu kontrollieren. Stress lässt ein Lebewesen leicht aus der Haut fahren, so auch deinen Hund. Stress lässt deinen Hund nervöser und unausgeglichener werden und so kann es sehr leicht passieren, dass er auf Situationen und Dinge reagiert, die normalerweise kein Problem für ihn darstellen.

 

Was du auf keinen Fall tun solltest und warum …
Jetzt haben wir uns kurz angeschaut, was bei deinem Hund passiert, wenn er gestresst ist und gehen nun dazu über, was du in diesen Situationen auf keinen Fall tun sollest.

 

Fehler 1: Schimpfen und Bestrafen

Wenn dein Hund gestresst ist, kann es durchaus sein, dass er sich nicht so toll verhält wie du es gerne hättest. Stress äußert sich auf die unterschiedlichsten Arten. Es kann sein, dass dein Hund bellend in die Leine springt, knurrt, abschnappt oder wie wild durch die Gegend flitzt. Das alles ist Ausdruck davon wie es ihm aktuell geht.

Würdest du jetzt mit deinem Hund schimpfen und ihn für sein Verhalten bestrafen, erreichst du nicht, dass dein Hund entspannter wird. Nein, ganz im Gegenteil. Er wird noch gestresster, weil noch ein weiterer Stressfaktor mehr dazu kommt – dein Unmut.

Auch wenn dein Hund durch die Bestrafung äußerlich ruhig wird, innerlich ist er nach wie vor gestresst. Im Prinzip legst du nur den Deckel auf das Pulverfass.

Du löst also damit absolut nicht das Problem, sondern hemmst es nur.

Und nicht nur, dass durch die Strafe noch mehr schlechte Gefühle bei deinem Hund entstehen, er lernt auch, dass er dir in einer Situation, die für ihn stressend ist, nicht vertrauen kann.

 

Fehler 2: Da muss er durch!

Ja ja, Augen zu und durch. Das kennst du bestimmt auch. Doch diese Devise ist für deinen Hund absolut nicht empfehlenswert. Ist dein Hund beispielsweise gestresst, weil er vor etwas Angst hat, und du schleifst ihn nun dadurch, wird er nicht lernen keine Angst mehr zu haben. Im Gegenteil.
Wie wir etwas weiter oben schon geklärt haben, ist das Denkvermögen deines Hundes ist einer großen Stresssituation ausgeschalten, er lernt also sehr schwer oder überhaupt nicht dazu.
Dein Hund wird sich nur merken, dass die Situation für ihn gruselig war und das speichert er ab.

 

Fehler 3: Alleine lassen und ignorieren!

Du hast bestimmt auch schon einmal von dem Tipp gehört, deinen Hund zu ignorieren, wenn er gestresst ist oder Angst hat. Er soll nämlich durch dein Ignorieren lernen, dass nichts passiert.

Mal ehrlich, würde das bei dir funktionieren?

Stell dir mal vor du hast Platzangst und steckst in einem vollen Aufzug fest. Du wirst immer nervöser und gestresster und dein Freund/deine Freundin steht neben dir und ignoriert dich komplett. Würde dir das helfen?

Oder eher, wenn sie/er sich um dich kümmert?
Ich rede hier jetzt nicht von bemitleiden und trösten. Sondern vom einfachen da sein. Körperliche Nähe anbieten, vor dem Auslöser schützen so gut es geht und Übungen machen, die deinen Hund aus der Anspannung heraushelfen.

 

 

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Sabrina Neubauer-Reichel

arbeitet als Trainerin für Menschen mit Hund in Bayreuth, Creußen und Pegnitz und ist für Seminare in ganz Deutschland und Österreich unterwegs.
Sie ist Autorin von mehreren Fachbüchern.
Zudem gibt Sie Ihr Wissen in Ihrer Online-Akademie und auf Ihrem Blog an interessierte Hundehalter weiter.

Mehr zu Sabrina erfährst du hier:
http://vitacanis.net/ueber-mich/

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