Wie Sie das Immunsystem Ihres Hundes ankurbeln

 

Teil 2: Fit mit Kräutern

Mit natürlicher Ernährung und ein paar Ergänzungen und Kräutern im Regal sind Sie bestens ausgestattet, um den meisten Erkrankungen Ihres Hundes vorzubeugen und die leichteren auch zu behandeln.


Alle Wildtiere bedienen sich im Kräutergarten der Natur, und mit ein bisschen Heilpflanzenwissen können Sie beim täglichen Hundespaziergang im Grünen wertvolle Ergänzungen aus der Natur mitnehmen. Besuchen Sie doch mal einen Kräuterkurs, denn man sollte die Kräuter schon genau bestimmen können, die man füttert. Da werden Sie lernen, dass sich viele Kräuter für die tägliche Nahrungsergänzung eignen. Andere Heilkräuter haben eine starke medizinische Wirkung, und sie sollten diese Ihrem Hund nicht ohne Absprache mit dem Tierarzt oder Phytotherapeuten geben.

Kaufen Sie keine x-beliebigen Kräutermischungen aus dem Internet, denn diese können von minderwertiger Qualität oder schadstoffbelastet sein.  Es gibt hochwertige Kräutermischungen von Herstellern, die kontrollierte Ware in Lebensmittel- bis Arzneibuchqualität anbieten. Echte Bioprodukte sind mit einer Öko-Zertifizierungsnummer gekennzeichnet.

Ich stelle hier ein paar Kräuter vor, die generell die Funktion des Immunsystems stärken, aber es ist wichtig zu wissen, dass Kräuter eher ausgleichend wirken und Dysbalancen beheben anstatt einseitig Organfunktionen zu verstärken oder anzukurbeln.

 

Echinacea
Ein perfektes Beispiel ist Echinacea (Sonnenhut), welches sowohl Immunsystem stimulierend als auch Immunsystem modulierend / ausgleichend wirkt. Echinacea wirkt antifungal, antiviral, antibiotisch, entzündungshemmend und hat kortisonähnliche Eigenschaften. Zur Vorbeugung und bei beginnenden akuten Infekten wirkt es sehr gut, aber auch bei chronischen Atemwegsinfekten wie Bronchitis, Erkältungen, grippalen Infekten, Entzündungen, Husten (auch Zwingerhusten) und Harnwegsinfekten. Echinacea sollten immer nur als Stoßtherapie für kurze Zeit gegeben werden. Lieber ein paar Mal kurz geben als zu lange am Stück. Geben Sie z.B. Ecchinacea für 5 Tage, dann machen Sie eine Pause von ca.  3 Tagen und geben es dann noch einmal zeitlich begrenzt auf 5 Tage. Auch wenn das Tier bereits eine Erkältung hat, sollten Sie so vorgehen. Hunde mit Autoimmunerkrankungen sollten kein Echinacea bekommen.

Dosierungsempfehlung Hund:
Echinaceapresssaft: 2 X tägl. 1 ml bis 20 kg Körpergewicht, 2 X tägl. 2 ml für schwerere Hunde
Echinaceawurzelpulver:  0,3 g pro 10 kg Körpergewicht /Tag.

 

Große Klette
Im ersten Teil habe ich beschrieben, dass das Lymphsystem bei der Immunabwehr eine große Rolle spielt. Eins der wichtigsten Kräuter zur Unterstützung der Lymphe und zur Blutreinigung ist die Große Klette (Arctium lappa). Dieser Alleskönner ist sehr gut verträglich und die Wurzel kann permanent gefüttert werden. Die Große Klette unterstützt Leber und Nieren und wirkt als tiefgreifendes Tonikum, insbesondere auch auf die Haut. Sie enthält Kalium, Calcium, Zink, Vitamin E, K, B6, B5. Nach überstandener Erkrankung wird sie zur Stärkung gegeben. Ihre Frukto- Oligosacharide wirken als Präbiotikum und unterstützen so eine gesunde Darmflora, der Ausgangspunkt für ein robustes Immunsystem. Besonders Hundesenioren sollten Arctium lappa bekommen, da es den Stoffwechsel anregt und auch bei Arthrose hilft und krebsvorbeugende Eigenschaften hat.

Dosierungsempfehlung Hund:
Wurzel, getrocknet: 100-500 mg/kg KM/Tag
Absud: 20-30 ml/10 kg KM/3 x tägl.

Hinweis: Die Große Klette sollte nicht in Zusammenhang mit Diabetes-Medikamenten gegeben werden.

 

Katzenkralle

Ein Heilkraut, das heilend, beruhigend, entzündungshemmend und säubernd auf das eng mit dem Immunsystem verbundene Verdauungssystem wirkt, ist Katzenkralle (Uncaria tormentosa).  Katzenkralle stimuliert die weißen Blutkörperchen, enthält Antioxidantien und Alkaloide. In Kräutermischungen gegen Gastritis, Magengeschwüre, Arthritis, Borreliose und Krebs ist Katzenkralle häufig enthalten.

Dosierungsempfehlung Hund:
0,5 – 2 g/20 kg Körpergewicht von der gemahlene Rinde ins Futter täglich, mit niedriger Dosis beginnen, erhöhen bis Besserung eintritt.

Hinweis: Während der Trächtigkeit ist Katzenkralle zu vermeiden.

 

Hagebutte (Rosa canina)
Hagebutten sind nahrhaft, reich an Vitamin C und Kalzium und enthalten die Vitamine A, B, E und K, Flavone, Fruchtsäuren und Spurenelemente. Hagebutten wirken entzündungshemmend, antibiotisch und positiv auf die Blutbildung. Sie werden eingesetzt bei Arthrose, Arthritis, Rheuma, Entzündungen Fieber, Erkältungen, Harnwegserkrankungen, bei der Rekonvaleszenz und nach Magen-Darmerkrankungen. Hunde brauchen eigentlich keine zusätzliche Gabe von Vitamin C, aber bei bestimmten Erkrankungen (siehe oben) ist es durchaus sinnvoll.

Dosierungsempfehlung Hund:
Hunde unter 5 kg 1 TL, Hunde bis 20 kg 1 EL, Hunde bis 30 kg 1-2 EL und darüber 2 EL täglich. Bei Überdosierung kann es zu Durchfällen kommen.
Wichtiger Hinweis: Sollte sich nach dem Einsatz von Naturheilmittel keine Besserung einstellen, dann ist der Gang zum Tierarzt unerlässlich. Auch wenn es sich um natürliche Heilmittel handelt, kann ein falscher Umgang und Einsatz dem Hund Schaden zufügen.

 

Bildquellen: fotolia, pixabay und shutterstock.

 

 


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Sabine Bernardy

Sabine Bernardy ist zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen und Fachberaterin Kräuterheilkunde nach Swanie Simon. Sie arbeitet herstellerunabhängig und berät Besitzer gesunder und kranker Tiere. Sabine Bernardy veröffentlicht regelmäßig Blogbeiträge zu vielen Themen um die gesunde Ernährung von Hunden und Katzen auf ihrer Webseite http://beute-konzept.de