Hast du schon einmal einen Hütehund live an einer Schafherde arbeiten sehen? Flüssige Bewegungen, eine klare Aufgabe und volle Konzentration auf die Herde und die Anweisungen von seinem Menschen. Dieser Hund reagiert auf die kleinsten Zeichen seines Menschen, ist voll bei der Sache und freut sich seines Lebens über seinen Job – Teamarbeit per excellence.

Oder aber ein Jagdhund, der mit Stolz geschwellter Brust die vom Jäger geschossene Beute findet und seinem Menschen zurückbringt. Diese Hunde sind in ihrem Element und dürfen ihre angeborenen und angezüchteten Bedürfnisse ausleben.

Doch wie ist das mit unseren Familienhunden?

 

Spezielle Zuchtziele - spezielle Bedürfnisse
Hunde wurden ursprünglich für ganz bestimmte Ziele gezüchtet – Haus und Hof bewachen, dem Menschen beim Viehtrieb und bei der Schaf- oder Kuhherde unterstützen oder dem Jäger ein treuer Jagdbegleiter sein.

Doch genau diese Hunde haben heute in der normalen Familie nicht mehr die ursprünglichen Aufgaben und ihr Bedürfnis danach wird wenig bis gar nicht mehr befriedigt. Im Gegenteil, das Verhalten für das sie gezüchtet wurden, gilt heute oft als Problem. Ein jagdlich motivierter Hund ist nicht gerne gesehen und auch ein Herdenschutzhund, der seinem Job nachgeht, gilt als Problem.

Überlege doch einmal, welche rassespezifischen Bedürfnisse dein Hund überhaupt hat?

 

Bedürfnispyramide von Hunden
Welche Bedürfnisse hat mein Hund überhaupt? Und schaffe ich es diese zu erfüllen?

>> Hier kannst du mehr darüber erfahren: Ist dein Hund glücklich?

 

Bedürfnisbefriedigung als Ziel
Dein Hund hat also spezielle Bedürfnisse. Damit er dennoch zufrieden in seiner Haut sein kann, ist es wichtig genau diese Bedürfnisse zu befriedigen. Ja, es ist klar, dass du deinen Jagdhund nicht einfach so Wild jagen lassen kannst, oder deinem Hütehund nicht auf einmal eine Schafherde kaufst 😉 Das musst du auch gar nicht.

Bedürfnisbefriedigung kann auch anders stattfinden. Biete deinem Hund Ersatzhandlungen an und erlaube ihm einen Teil seines natürlichen Verhaltens auszuleben.

Hast du beispielsweise einen Vorstehhund wie einen Kleinen Münsterländer, Deutsch Kurzhaar oder einen Irish Setter bei dir Zuhause und er beobachtet für sein Leben gerne Wild oder Vögel. Klasse, dann lass ihn genau das ausleben, belohne ihn dafür und fördere genau dieses Verhalten. Dein Hund wird einen Teil seins Jagdverhaltens ausleben können und der Frust wird gering gehalten.

 

Wird das Verhalten nicht noch schlimmer, wenn mein Hund es ausleben darf?
Denkst du dir jetzt: Wie, ich soll meinen Hund einen Teil seines angeborenen/angezüchteten Verhaltens ausleben lassen? Aber ich will doch nicht, dass er jagen geht oder Hüteverhalten zeigt!

Das ist klar, doch dein Hund hat genau diese Bedürfnisse. Und wenn er sie nicht ausleben darf, wird er gefrustet werden und sich anderweitig Dinge suchen, die sein Bedürfnis annähernd befriedigt. Und das ist dann meist das, was uns Menschen absolut nicht gefällt.

Lässt du deinen Hund ein Bedürfnis bis zu einem gewissen Grad ausleben, dann hält sich sein Frust in Grenzen, er ist innerlich zufrieden und glücklich. Ja, und auch viel entspannter im Alltag mit dir.

 

WICHTIG!
Mit Bedürfnissen ausleben meine ich nicht, dass du deinen Hund wie wild im Wald herumjagen oder die Wohnung aus Teufel komm raus bewachsen lassen sollst. Alle Bedürfnisse wird dein Hund nicht immer und überall ausleben können, entweder, weil es einfach zu gefährlich für ihn oder andere Menschen oder Hunde ist, oder weil es in unserer Gesellschaft verboten ist.
Deswegen überlege dir immer wie du das Bedürfnis angepasst befriedigen oder deinem Hund eine Ersatzhandlung anbieten kannst.


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Sabrina Neubauer-Reichel

arbeitet als Trainerin für Menschen mit Hund in Bayreuth, Creußen und Pegnitz und ist für Seminare in ganz Deutschland und Österreich unterwegs.
Sie ist Autorin von mehreren Fachbüchern.
Zudem gibt Sie Ihr Wissen in Ihrer Online-Akademie und auf Ihrem Blog an interessierte Hundehalter weiter.

Mehr zu Sabrina erfährst du hier:
http://vitacanis.net/ueber-mich/

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