Du gehst in einer Sekunde noch ganz gemütlich mit deinem Hund im Wald spazieren. Er schnüffelt locker am Wegrand und du schlenderst so dahin. Und dann, ändert es sich. Dein Hund streckt seine Nase hoch in die Luft, sein Körper ist angespannt und dann startet er auch schon los und verschwindet im Gebüsch. Was hat sich binnen dieser Sekunden geändert?

 

Was ist passiert?
Unsere Hunde sind mit wahnsinnig vielen, super gut funktionierenden Sinnen ausgestattet, die es ihnen ermöglichen ihre Umwelt bis ins kleinste Detail wahrzunehmen. Wir Menschen können uns das eigentlich kaum vorstellen, denn wir Hören und Riechen bei Weitem nicht mal einen Bruchteil dessen, was unsere Hunde wahrnehmen.

Sie nehmen das leiseste Geräusch in ihren Ohren auf, können es in sekundenschnelle Orten. Sie riechen mit einer Präzision die zaghaftesten Wildgerüche und können sie zu ihrem Ursprung verfolgen.

Ihre Sinne sind genau auf das ausgelegt, für das sie ursprünglich gezüchtet wurden – auf das Jagen, auf das Aufstöbern von Wild, auf Beute machen. Und deshalb sind die Sinne deines kleinen Jagdschweins auch immer auf Empfang gestellt.

Die Natur sendet so viele Reize aus und triggert damit die Sinne deines Hundes, die das Jagdverhalten anschalten. Und das kann von einer auf die andere Sekunde passieren.

 

Anstoß für's Jagen
Es gelangt also ein Geräusch, ein Geruch oder eine Bewegung in das Sinnesfeld deines Hundes und dann geht es los – das Jagdverhalten spult ab. Schauen wir uns einmal kurz an, wie sich das Jagdverhalten zusammen setzt.

Es beginnt mit dem ORIENTIEREN nach etwas Jagdbaren. Das geschieht entweder durch Umhergucken in der Umgebung oder durch Schnüffeln im Wald oder am Feldrand. Die Orientierung ist dazu da, um abzuchecken, ob es in der Nähe eine Wildreiz gibt.

Dann geht es weiter mit dem FIXIEREN. Dein Hund hat ein Jagdobjekt entdeckt und fixiert es genau mit den Augen, vielleicht steht er auch vor. Hat er einen speziellen Geruch entdeckt, dann kann er auch witternd vorstehen.

Als Nächstes kommt dann das ANSCHLEICHEN oder BELAUERN des Wildes.

Und dann geht es in das HETZEN über. Direktes Hetzen des Wildes oder aber einer Spur nach.

Und zum Schluss folgt das PACKEN, TÖTEN und FRESSEN der Beute.

 

Das Jagdverhalten besteht also aus einer ganzen Kette von Verhaltensweisen. Geht dein Hund bewusst auf die Jagd, wird eines nacheinander gestartet – je nach Hund sind die einzelnen Verhaltensketten unterschiedlich stark ausgeprägt.

Du musst wissen, dass jedes einzelne Jagdelement für deinen Hund eine enorme selbstbelohnende Wirkung hat. Es werden Hormone ausgeschüttet, die deinem Hund ein wahres Glücksgefühl geben.

 

Kooperation rockt

„Willst du unerwünschtes Jagen deines Hundes verhindern, musst du seine Bewegungsmuster aktivieren!“
(Eva Zaugg)

Möchtest du also in den Kopf deines jagenden Hundes eindringen, dann wirst du das nur mit Kooperation schaffen. Setzt du beim Jagdkontrolltraining auf Verbote, dann wird dein Hund immer schneller reagieren und schon viel früher in seine Welt abtauchen. Willst du mit deinem Jäger entspannt spazieren gehen, dann klinke dich ein in seinen Kopf.

Setz dir bei deinem Jagdschwein das Ziel mit dir in Kontakt zu treten, wenn sein Jagdverhalten angetriggert wird. Wie? Indem du einen Teil des Jagdverhalten deines Hundes bewusst verstärkst und es ihm erlaubst.

Wie du sollst deinen Hund Jagen lassen und ihn auch noch dafür belohnen?? Ja ganz genau!

Warum das so genial funktioniert, kannst du hier noch einmal genauer nachlesen:
3 Gründe, warum du Jagdverhalten belohnen solltest.

Dein Hund hat ein Bedürfnis nach Jagen und das kannst du nicht einfach so abschalten. Es ist da und es gehört zu deinem Hund. Verbote schaffen nur mehr Distanz und bringen dir auf Dauer auch nichts. Dein Hund ist gefrustet und es kommen andere Baustellen zu Tage.

Deswegen überlege dir einfach einmal. Was ist am Jagen denn so unerwünscht? Das Hetzen, das Abhauen, das nicht mehr auf dich reagieren und das Wild töten. Genau, diese Dinge will ich auch nicht.
Aber es gehört ja noch viel mehr dazu: Orientieren, Fixieren, Vorstehen. Und diese Dinge sind absolut nicht schlimm. Im Gegenteil, diese Verhaltensweisen sind einfach nur super.

Fängst du an diese zu belohnen und sie deinem Hund zu erlauben, wird auf Dauer Folgendes passieren:

  1. Dein Hund zeigt Orientieren, Fixieren und Vorstehen länger und ausdauernder.
  2. Er hetzt nicht sofort los und das verschafft dir mehr Zeit zu reagieren.
  3. Dein Hund wird ansprechbarer für dich und das ist dann ein Miteinander statt Gegeneinander.

Und das ist ja mal wohl GENIAL, oder?

Stell dir deinen Hund vor, der mitten im Wald ist, ein aufspringendes Reh fixieren kann und dir die Zeit gibt, ihn zurück zu rufen oder zu stoppen. Super 🙂

Also, beginne wirklich in das Jagdverhalten deines Hundes einzusteigen und somit auch mit deinem kleinen Jagdschwein spaßige Spaziergänge zu erleben.

 

Antijagdtraining mit Erfolg!
Wenn du genau wissen willst, wie du deinem Hund das pure Anzeigen von Wild beibringen kannst, dann komm zu uns ins Trainingscamp Lieblingshund-Training™. Hier bekomst du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung dafür und zusätzlich noch meine direkte Unterstützung.

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Sabrina Neubauer-Reichel

arbeitet als Trainerin für Menschen mit Hund in Bayreuth, Creußen und Pegnitz und ist für Seminare in ganz Deutschland und Österreich unterwegs.
Sie ist Autorin von mehreren Fachbüchern.
Zudem gibt Sie Ihr Wissen in Ihrer Online-Akademie und auf Ihrem Blog an interessierte Hundehalter weiter.

Mehr zu Sabrina erfährst du hier:
http://vitacanis.net/ueber-mich/

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