Hast du bereits ein dickes Fell?
Treffen dich Aussagen von Menschen, die gegen deinen Hund oder sein Verhalten gehen sehr?
Und machst du dir ständig Gedanken darüber, was denn die anderen denken, wenn dein Hund sich nicht so verhält wie es der „Norm“ entspricht?

Ja, dieses Gefühl kenne ich nur zu gut. Ich wollte immer einen Hund haben, der wunderbar im Alltag mit allem und jeden klar kommt, mit dem ich einen ganz entspannten Alltag verbringen konnte und der absolut nicht negativ auffiel.
Doch es kam anders – und ganz ehrlich, ich bin so richtig froh darüber!

 

 

Was bedeutet es ein dickes Fell zu haben?
Gehe einmal kurz in deine Gedanken zurück und stelle dir Folgendes vor:
Du gehst an einem wunderschönen Sonntagmorgen mit deinem Hund im Park spazieren. Ihr genießt die Zweisamkeit, seid einfach beieinander. Euch begegnet ein anderer Hundehalter mit seinem Hund, der ohne Leine auf euch zuläuft. Für dich beginnt der Horror und die schöne Ruhe ist wie weggeblasen. Dein Hund mag keine anderen Hunde und reagiert dann mit Abwehrverhalten auf diese.
Der fremde Hund kommt also auf euch zu und dein Hund geht mit Gebell nach vorne, schnappt den anderen Hund vehement ab. Und dann kommt noch sein Frauchen hinterher, das dich so richtig anpflaumt wie böse doch dein Hund sei und dass du wo anders spazieren gehen solltest.

Und puff – und da sind sie, diese richtig miesen Gedanken. Du fühlst dich schlecht, gekränkt, unfair behandelt, persönlich angegriffen und bist auch wütend – alles auf einmal. Und dabei war es ja gar nicht deine Schuld, oder? Sie hat ja ihren Hund frei auf euch zu rennen lassen.

 

Wenn du so reagierst wie gerade beschrieben, dann hast du dir noch kein dickes Fell angelegt. Denn ein dickes Fell zu haben bedeutet, dass du dir Situationen nicht so zu Herzen nimmst, bei dir bleiben kannst und einen gesunden Abstand gegenüber einer Person oder einer Situation behältst. 

 

Deine Gefühle ohne ein dickes Fell

Was möchtest du eigentlich? Du möchtest entspannt mit deinem Hund den Alltag verbringen, von Außen in Ruhe gelassen werden und Spaß mit deinem Hund haben. Du liebst ihn und findest deinen Hund einfach toll.

Doch dann kommt auf einmal eine Person daher und „greift“ deinen Hund verbal an. Und genau diesen Angriff nimmst du persönlich, denn du identifizierst dich ja mit deinem Hund. Und so fühlst du dich selbst angegriffen von dieser Person – sie beschimpft also, aus deiner Sicht, dich. Deswegen bist daraufhin gekränkt und gehst auch in Abwehrhaltung.
Vielleicht denkst du auch noch zusätzlich, dass du einfach unfähig bist deinen Hund zu erziehen oder dass du dich rechtfertigen musst, warum dein Hund so reagiert.

Vielleicht polterst du dagegen oder aber du schweigst und schluckst alles herunter.
Egal welche Variante du wählst, es geht dir auf alle Fälle Nahe und berührt dich innerlich.

Die Lösung: Lege dir ein dickeres Fell zu und lerne mit solchen Situationen gelassen umzugehen.

 

Wie du dir ein dickeres Fell anlegen kannst.

Sich ein dickes Fell wachsen zu lassen geht natürlich nicht von heute auf morgen, aber mit ein bisschen Übung wirst du sehen, dass dir blöde Situationen immer weniger ausmachen werden. Deswegen hier ein paar Tipps von mir:

 

1. Nimm es nicht persönlich!
Wenn dich Aussagen wieder einmal persönlich treffen, dann frage dich ganz ehrlich:
Kann diese Person wirklich MICH meinen? Kennt sie mich überhaupt und kann deshalb eine Aussage über mich oder meinen Hund treffen? Wenn du nun für dich antwortest, wird in den meisten Fällen die Antwort NEIN lauten. Denn die wenigsten Menschen, die du so auf der Straße triffst kennen dich, deinen Hund und euere Geschichte.

Meist haben diese Menschen selbst ein Problem und versuchen es so zu überschatten und die Aufmerksamkeit auf etwas anderes zu lenken. Schaffe deswegen inneren Abstand zu der Situation und zu dem Menschen.
Werde dir klar darüber, dass dein Gegenüber es vielleicht einfach nicht besser weiß oder überhaupt nicht daran gedacht hat, dass dein Hund ihren nicht mögen könnte. Oder aber selbst erschrocken darüber ist, dass der eigene Hund nicht zurück kam. Es kann so viele Gründe geben, warum dein Gegenüber sich so verhält und das hat in den aller aller meisten Fälle gar nichts mit dir zu tun.

 

2. Handle so wie es für dich und deinen Hund passt!
Du kennst dich und deinen Hund am Besten, kein anderer kann dir sagen, was euch gerade gut tut oder eben nicht. Und genau das ist deine Aufgabe: Dafür zu sorgen, dass es deinen Hund gut geht und er sich in deinem Alltag zurecht findet.
Und wenn dein Hund eben keinen Hundekontakt möchte, dann ist das vollkommen in Ordnung – nichts muss, wenn du und dein Hund es nicht wollt!! Sei dir darüber im klaren.

Genau aus diesem Grund bist du auch keinem Menschen eine Rechenschaft schuldig, warum du etwas nicht tun willst oder Abstand haben möchtest.
Du brauchst deswegen kein schlechtes Gefühl bekommen, dich schuldig oder sonst irgendwie schlecht fühlen – nein, denn es ist dein gutes Recht. Also steh dazu, was du möchtest und bleib dabei.

 

3. Lächle und wünsche einen schönen Tag.
Mit was wird dein Gegenüber auf keinen Fall rechnen? Genau mit Freundlichkeit auf sein Herumgestänker.
Und das wird deinem Gegenüber auch den Wind aus den Segeln nehmen.
Also, sammle dich, atme durch, nimm deinen Hund und lächle die Person kurz an und gehe weiter.
Wenn du möchtest, wünsche ihr einfach noch einen schönen Tag.
Dein Gegenüber wird damit überhaupt nicht rechnen und selbst dumm dastehen.

Und du kannst direkt danach stolz auf dich sein, dass du die Situation nicht noch mehr aufgeheizt hast.
Und noch ein wichtiger Punkt: Deine Stimmung wird nicht all zu sehr gedämpft werden.

 

4. Hole dir deinen tollen Hund und eure Erfolge ins Gedächtnis.
Als Letztes möchte ich dir noch einen ganz wichtigen Tipp auf den Weg geben. Rufe dir nach jeder Situation, die für dich und deinen Hund unangenehm war, auf jeden Fall deinen „tollen Hund“ in Erinnerung.
Dein Hund ist gigantisch, er ist super er ist lieb und freundlich, du kannst mit ihm Spaß habe und er bringt dich zum Lachen.
Du wirst sehen, dass das tolle und geniale an deinem Hund einfach überwiegt.

Erinnere dich genau daran und dir wird diese Situation viel weniger ausmachen.

 

 

Ein dickes Fell und froher Sinn, das spart Verdruss und bringt Gewinn.
Wilhelm Busch

In diesem Sinne, lass dir ein dickes Fell wachsen und genieße euren gemeinsamen Alltag in vollen Zügen 🙂

Sabrina Neubauer-Reichel

arbeitet als Trainerin für Menschen mit Hund in Bayreuth, Creußen und Pegnitz und ist für Seminare in ganz Deutschland und Österreich unterwegs.
Sie ist Autorin von mehreren Fachbüchern.
Zudem gibt Sie Ihr Wissen in Ihrer Online-Akademie und auf Ihrem Blog an interessierte Hundehalter weiter.

Mehr zu Sabrina erfährst du hier:
http://vitacanis.net/ueber-mich/

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