Wenn du mit deinem Hund spazieren gehst, dann möchtest du doch bestimmt, dass er Spaß hat und ausgelastet wird. Doch da stellt sich immer wieder die Frage, was ist denn ein idealer Spaziergang für unsere Hunde? Was braucht ein Spaziergang, damit dein Hund sich danach zufrieden in sein Körbchen kuschelt?

Ein Spaziergang ist nicht nur dazu da, dass dein Hund sein Geschäft erledigt, nein, er gibt deinen Hund so viel mehr. Innere Ausgeglichenheit und Zufriedenheit.

 

Wie lange sollte ein Spaziergang dauern?
Das Bewegungsbedürfnis unserer Hunde ist nicht so einfach zu pauschalisieren. Jeder Hund hat hier individuelle Vorlieben. Es kommt nicht nur auf das Alter und den Gesundheitszustand des Hundes an, sondern auch auf die eigenen Vorlieben und Rasseeigenschaften.

Für gesunde und normal entwickelte, erwachsene Hunde gilt grundsätzlich, dass ein Spaziergang zwischen 1-3 Stunden dauern kann. Länger sollte pro Tag nicht die Regel sein, denn Überforderung, aufgrund von zu vielen Erlebnissen und Eindrücken, kann das Ergebnis sein.

Ein Grundsatz, den du dir merken kannst:
Je mehr Eindrücke dein Hund auf dem Spaziergang erlebt, desto kürzer darf die Runde ausfallen.

 

Pausen und Ruhe
Höher, schneller, weiter – genau das gilt nicht auf einem Spaziergang. Ein gelungener Spaziergang heißt nicht nur, Rennen und Toben, Trainieren und Spielen, sondern auch ganz viel Ruhe und Entspannung draußen in der Natur.

Einfach einmal draußen in der Natur zur Ruhe kommen, die Umgebung und fliegende Vögel beobachten, die Nase in den Wind halten – das ist nicht nur Arbeit für den Kopf deines Hundes, sondern schafft auch einen entspannteren Hund im Alltag. Er wird mental stärker und gelassener werden.

Und nicht nur das, dein Hund lernt durch eingelegte Ruhepausen auf dem Spaziergang, dass Gassigehen nicht nur Power heißt, sondern auch einmal ruhigere Dinge passieren können. Und so wird euch auf Dauer auch beispielsweise das An-der-Leine-gehen leichter fallen.

 

Hund sein dürfen
Was würde ein Hund tun, wenn er einfach die Wahl hat? Ich habe mir lange Zeit die Aufgabe gesetzt, Hunde einfach nur auf dem Spaziergang zu beobachten. Und zwar genau dann, wenn der Mensch nichts von ihnen wollte und sie einfach Hund sein durften. Und was haben sie getan?

  • Schnüffeln, mal mehr und mal weniger ausgiebig – an einem Busch, an einem Grashalm, einer Spur entlang
  • Beobachten – Vögel, Wild und die Umgebung
  • Wälzen und in der Wiese liegen
  • Buddeln
  • ins Wasser springen
  • Kontakt zum Menschen aufnehmen und Interaktion mit dem Menschen einfordern

Und genau das ist es, was ich mit Hund sein meine. Einfach die Dinge ausleben dürfen und können, die dein Hund von sich aus gerne tun würde. Und dafür sollte er jeden Spaziergang ausgiebig Möglichkeiten haben (> natürlich immer nur im Rahmen, sodass weder ihm noch anderen etwas passiert).

Nimm Tempo aus eurer Gassirunde heraus und gib deinem Hund Zeit, diesen einen Grashalm von oben bis unten abzuschnuppern und dann den nächsten auch noch. Lass ihn die Umgebung ansehen, die ihn fasziniert und auf der abgemähten Wiese hin und her wälzen. Genau das ist es, was dein Hund in diesem Moment braucht und möchte.

 

Spiel, Spaß und Spannung
Ja, der Spaß miteinander soll natürlich auch nicht zu kurz kommen 🙂
Die meisten Hunde lieben kleine Spiel- und Trainingseinheiten auf dem Spaziergang und das fördert natürlich auch die geistige Auslastung deines Hundes und die Bindung zu dir. Doch auch hier muss es nicht immer das gleiche Programm wie Sitz, Platz und Bleib und ein paar Ballwürfe sein, sondern du darfst deiner Kreativität freien Lauf lassen.

Kleine Suchspiele mit Futter oder einem Spielzeug, Zerrspiele, Klettern über einen umgefallenen Baum, Fährten suchen oder miteinander Rennen – all das stärkt eure Beziehung und fördert auch die Teamarbeit zwischen dir und deinem Hund. Und im Spiel integriert, lassen sich die Grundsignale deines Hundes leicht festigen und die Konzentration hält länger an.

 

Fazit
Es geht nicht darum, wie lange du mit deinem Hund unterwegs bist, wie viele Kilometer ihr zurück legt. Es geht darum, dass ihr gemeinsam qualitativ hochwertige Zeit miteinander verbringt, die die Bedürfnisse deines Hundes befriedigt. So wird dein Hund auf Dauer zu einem ausgeglichenen Vierbeiner, der dich im Alltag begleitet.

Schaue auf deinen Hund und probiere aus, was und wie viel er in welcher Form benötigt, um nach dem Spaziergang mit einem zufriedenen Seufzer einzuschlafen 🙂

 

 


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Sabrina Neubauer-Reichel

arbeitet als Trainerin für Menschen mit Hund in Bayreuth, Creußen und Pegnitz und ist für Seminare in ganz Deutschland und Österreich unterwegs.
Sie ist Autorin von mehreren Fachbüchern.
Zudem gibt Sie Ihr Wissen in Ihrer Online-Akademie und auf Ihrem Blog an interessierte Hundehalter weiter.

Mehr zu Sabrina erfährst du hier:
http://vitacanis.net/ueber-mich/

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